Ganaspis und Coptera zeigen Wirksamkeit gegen Anastrepha fraterculus

Einheimische Parasitoide zeigen Wirksamkeit bei der biologischen Kontrolle von Fruchtfliegen

02.09.2025 | 16:32 (UTC -3)
Revista Cultivar
Foto: Paulo Lanzetta
Foto: Paulo Lanzetta

Forscher haben zwei in Südamerika heimische Parasitoide mit hohem Potenzial für die biologische Kontrolle von Fruchtfliegen identifiziert (Anastrepha fraterculus). In ihrer Studie untersuchten sie die funktionellen Reaktionen von vier Hautflüglerarten, die mit diesem Schädling in Zusammenhang stehen, der in den Obstgärten der Region wirtschaftliche und phytosanitäre Verluste verursacht.

Die Arbeitshighlights Ganaspis pelleranoi e Coptera haywardi als brauchbare Kandidaten für ergänzende biologische Bekämpfungsprogramme. Diese Arten wiesen hohe Befallsraten und eine gute Wirtsausnutzung auf, zusätzlich zu Eigenschaften, die ihre Anpassung an Produktionssysteme und Freisetzungen begünstigen.

Das phytosanitäre Problem

Anastrepha fraterculus ist einer der häufigsten Obstschädlinge in Südamerika. Das Vorkommen dieser Fliege in Obstanbaugebieten führt zu Quarantänebarrieren und behindert den Export. In Brasilien und Argentinien koexistiert diese Art mit der ebenfalls invasiven Ceratitis capitatum, die spezifische Managementstrategien erfordern.

Bislang wurde die biologische Bekämpfung mit einheimischen Parasitoiden nicht in großem Maßstab gegen A. fraterculus. Die Anwendung der Sterilen Insektentechnik (SIT), obwohl bereits gegen C. capitata, ist noch nicht verfügbar für A. fraterculus. Die Möglichkeiten beschränken sich auf Fallen, chemische Bekämpfung und kulturelle Praktiken.

Parasitoide ausgewertet

Die Forschung untersuchte die Leistung von vier Arten einheimischer Parasitoide:

  • Coptera haywardi (Diapriidae) – Puppenparasitoid
  • Ganaspis pelleranoi (Figitidae) – Larvenparasitoid
  • Doryctobracon crawfordi (Braconidae) – Larvenparasitoid
  • Opius bellus (Braconidae) – Larvenparasitoid

Die Experimente wurden im PROIMI-CONICET-Labor in Argentinien durchgeführt. Dabei wurden Individuen über bis zu 48 Generationen künstlich aufgezogen. Die Forscher setzten Larven und Puppen unterschiedlicher Dichte aus. A. fraterculus auf die weiblichen Parasitoiden und analysierte die Angriffsmuster mit dem Statistikpaket „frair“ aus der R-Software.

Funktionale Reaktionen

Die funktionelle Reaktion beschreibt, wie ein Parasitoide auf unterschiedliche Wirtsdichten reagiert. Sie ermöglicht die Vorhersage der Angriffsrate und -effektivität des natürlichen Feindes und ist somit ein nützliches Instrument zur Auswahl biologischer Bekämpfungsmittel.

Die Studie zeigte, dass:

  • G. pelleranoi zeigte eine funktionelle Reaktion vom Typ III, die auf eine Zunahme der Angriffsrate mit zunehmender Wirtsdichte hindeutet. Diese Reaktion deutet auf eine größere ökologische Stabilität hin.
  • C. haywardi, D. crawfordi e O. bellus zeigten Reaktionen vom Typ II, bei denen sich die Angriffsrate mit zunehmender Wirtsdichte stabilisiert oder abnimmt.
  • G. pelleranoi hatte die kürzeste Wirtsmanipulationszeit, was seine Effizienz erhöht.
  • C. haywardi e G. pelleranoi waren hinsichtlich der Angriffsrate und der geringen Anzahl verworfener Hosts am effektivsten.
Foto: Paulo Lanzetta
Foto: Paulo Lanzetta

Biologische Kontrolle

Die Daten zeigen, dass G. pelleranoi zeichnet sich als hocheffizienter Larvenparasitoid aus, insbesondere bei hohen Wirtsdichten. Bereits C. haywardi Es wirkt effizienter bei geringer Puppendichte und bietet eine ergänzende Wirkung im Kontrollsystem.

Beide Arten wiesen zudem einen geringeren Anteil an Wirtsabwürfen auf, was die Verluste in Aufzuchtsystemen und Massenfreisetzungen reduziert. Die Analyse dieser Raten ist für die Anpassung des Parasitoiden-Wirt-Verhältnisses in Aufzucht- und Freisetzungsprogrammen von entscheidender Bedeutung.

Feldeinsatz

Die Studie ist Teil einer 2010 in Argentinien begonnenen Forschungsreihe, die sich mit der Ansiedlung und dem Einsatz einheimischer Parasitoide gegen Obstschädlinge beschäftigt. Der nächste Schritt umfasst den Übergang vom experimentellen Management zur großflächigen Produktion und anschließenden Anwendung im Feld.

Den Autoren zufolge stellt die Nutzung einheimischer Parasitoide in ergänzenden biologischen Schädlingsbekämpfungsprogrammen eine ökologisch nachhaltige Alternative dar. Darüber hinaus tragen die Ergebnisse zur Auswahl effizienterer, an die lokalen Umweltbedingungen angepasster Arten bei und verringern so die Abhängigkeit von exotischen Arten wie Diachasmimorpha longicaudata.

Weitere Informationen unter doi.org/10.3390/insects16090919

Sorten-Newsletter

Erhalten Sie die neuesten Nachrichten aus der Landwirtschaft per E-Mail

auf die WhatsApp-Gruppe zugreifen