Wissenschaftliche Studie erklärt, wie Samen ihre Ruhephase beenden

Molekulare und biomechanische Mechanismen, die die Samenkeimung regulieren

14.06.2025 | 16:58 (UTC -3)
Revista Cultivar

Während der Keimung stehen Samen vor biomechanischen und molekularen Herausforderungen, um das Embryowachstum einzuleiten. Eine aktuelle Studie des Forschers Angel J. Matilla von der Universität Santiago de Compostela lieferte detaillierte Belege dafür, wie dieser Prozess von Wechselwirkungen zwischen Hormonen, Innendruck und Zellwandveränderungen abhängt.

Der Expansionsdruck des Endosperms ist die treibende Kraft hinter dem Aufbrechen der Samenschale und dem Austreten der Keimwurzel. Diese Kraft entsteht durch Wasseraufnahme und Zellwandlockerung, insbesondere im Bereich der Mikropyle. Expansine (EXP), Mannanasen (MAN) und Transglycosylasen (XTH) sind die Hauptakteure.

Diese Enzyme fördern die Entspannung der CWs und verringern so den mechanischen Widerstand der Samenschale. Im Modell Arabidopsis thalianaDas Expansin AtEXP2, das durch die Regulatoren NAC25/NAC1L und das Hormon Gibberellin (GA) aktiviert wird, ist entscheidend für die Expansion von Endospermzellen. Mutanten mit Defekten in diesem Gen zeigen eine verzögerte Keimung.

Die Studie unterstreicht auch die Bedeutung von Mikrotubuli für die Steuerung der Zellexpansion. Diese Strukturen richten Zellulose-Mikrofibrillen aus und steuern so das Zellwachstum. Die Bildung dieser Mikrotubuli durch die Synthese von Beta-Tubulin wird durch Abscisinsäure (ABA) gehemmt, was ihre hemmende Rolle bei der Keimung verstärkt.

Ein weiterer Aspekt ist die Rolle des Endosperms als Umweltsensor. Es reagiert auf äußere und innere Signale wie Licht und Hormone und setzt Enzyme frei, die das Aufbrechen der CW erleichtern. Die endospermische Kutikula, die mit Tanninen assoziiert und durch GSO1/GSO2-Kinasen reguliert wird, moduliert zudem die Permeabilität und schützt den Embryo.

In der Landwirtschaft ermöglicht das Verständnis dieser Mechanismen Fortschritte in der genetischen Verbesserung und der Saatgutbiotechnologie. Gene wie AtMAN5 und LeMAN2, die mit dem Abbau von Mannosepolymeren in Zusammenhang stehen, werden zu Zielen, um die Vitalität und Einheitlichkeit beim Auflaufen von Sämlingen zu steigern.

Darüber hinaus modulieren epigenetische Faktoren wie Histonmethylierungen und -acetylierungen die Expression von Schlüsselgenen wie DOG1 und ABI5, die den Ruhezustand und den Übergang zum aktiven Wachstum regulieren.

Weitere Informationen unter doi.org/10.1016/j.plantsci.2025.112612

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