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Bewerbungen für offene Stellen in Paraná, Mato Grosso und São Paulo können bis zum 6. August eingereicht werden
Das globale Umfeld bleibt von politischer und handelspolitischer Unsicherheit geprägt. Die jüngste Ankündigung der US-Regierung, eine zweite Welle von Zöllen zu verhängen, darunter auch Brasilien, hat die Marktvolatilität erhöht. Ein Inkrafttreten könnte bereits am 1. August erfolgen. Die größte Sorge gilt den inflationären Auswirkungen in den USA, die die Fed zwingen könnten, die Zinsen hoch zu halten, was die Erwartungen einer Zinssenkung im September gefährden würde.
Auf dem Devisenmarkt wertet der Dollar gegenüber anderen Währungen ab. Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf Brasilien, wo der Real weiterhin stark ist und die Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Sojabohnen auf den internationalen Märkten gefährdet.
Der globale Klimakontext trägt unter einem neutralen ENSO-Muster zur Klimastabilität in der nördlichen Hemisphäre bei, begünstigt die landwirtschaftliche Entwicklung in den USA und verringert die typische Volatilität des Klimamarktes zu dieser Jahreszeit.
Brasilien
Vor diesem Hintergrund ist die Ernte 2024/25 mit 170 Millionen Tonnen praktisch konsolidiert, wobei die Exporte aufgrund der starken chinesischen Nachfrage möglicherweise einen Rekordwert von 109 Millionen Tonnen erreichen. Die Verarbeitung ist weiterhin stark und wird durch die Einführung von B15 (Biodiesel-Mischung) ab August beflügelt.
Für die Ernte 2025/26 wird bereits über eine neue Produktionsmenge diskutiert: 180 bis 185 Millionen Tonnen, wenn Klima und Technologie gemeinsam voranschreiten.
Luiz Roque, Market Intelligence Coordinator bei Hedgepoint Global Markets, geht davon aus, dass die zweite Jahreshälfte von einem Kampf zwischen Exporten und dem Inlandsmarkt geprägt sein wird. Die Margen im Verarbeitungsgeschäft sind gesunken, allerdings im Rahmen saisonaler Muster. Auch die Entscheidung zwischen dem Verkauf von Sojabohnen oder Mais steht zur Debatte: Mais könnte länger gehalten werden, was die Sojabohnenversorgung begünstigt. „Hohe Prämien (Basis) stützen derzeit die Preise und gleichen Chicago und den Wechselkurs bei der Preisbildung teilweise aus“, sagt er.
Die Margen stehen unter Druck, allerdings im Rahmen der Saisonalität.
Kleie: Unsicherheiten hinsichtlich der Exporte aufgrund der Rückkehr Argentiniens und einer möglichen Erhöhung des amerikanischen Angebots.
Öl: positivere Aussichten mit B15 und potenzieller Steigerung der Inlandsnachfrage.
Nach Einschätzung von Hedgepoint gewinnt Argentinien nach dem Ernteausfall 2022/23 an Marktrelevanz zurück. Die Produktion 2024/25 lag zwar unter dem Potenzial, erreichte aber ein konstantes Niveau (ca. 50 Millionen Tonnen), was Exporte von bis zu 8 Millionen Tonnen Getreide ermöglichen sollte. Reformen der Regierung Milei und ein stabilerer Wechselkurs begünstigen die Wettbewerbsfähigkeit Argentiniens.
Für 2025/26 wird aufgrund der verbesserten Rentabilität des Getreides eine Verlagerung der Sojaanbaufläche auf Mais prognostiziert. Dies dürfte Argentiniens Fokus auf die Verarbeitung und den Export von Schrot und Öl verstärken und Konkurrenten wie Brasilien und die USA unter Druck setzen. Die verarbeitende Industrie bleibt robust und konzentriert sich auf den Export von Nebenprodukten.
China hält zum dritten Mal in Folge Vorräte von über 40 Millionen Tonnen und untermauert damit seine Strategie zur Ernährungssicherung. Laut von Hedgepoint Global Markets analysierten Marktdaten verringert diese Position das Kaufbedürfnis, was in Verbindung mit unattraktiven Verarbeitungsmargen die Nachfrage kurzfristig dämpfen dürfte. Die Endbestände werden für 43,5/2024 auf 25 Millionen Tonnen geschätzt, was einem Bestands-Verbrauchs-Verhältnis von 34 % entspricht. Für 2025/26 werden Bestände von 43,4 Millionen Tonnen prognostiziert, was einem Bestands-Verbrauchs-Verhältnis von 33 % entspricht.
Die Importe für 2024/25 wurden von 108 auf 106,5 Millionen Tonnen nach unten korrigiert. Dies spiegelt die geringere Nachfrage aufgrund von Lageraufbau und schwächeren Verarbeitungsmargen wider. Dennoch prognostiziert das USDA für 112/2025 einen Anstieg auf 26 Millionen Tonnen, wobei diese Prognose von verbesserten Verarbeitungsmargen und der Inlandsnachfrage abhängt.
Die chinesische Zerkleinerungsindustrie wächst weiterhin und wird auf 103 Millionen Tonnen für 2024/25 und 108 Millionen Tonnen für 2025/26 geschätzt, allerdings mit begrenzter Rentabilität.
Die Ernte 2025/26 steht weiterhin im Mittelpunkt der Marktdiskussionen, insbesondere aufgrund des günstigen Wetters, das trotz reduzierter Anbaufläche eine Rekordproduktivität erwarten lässt. Laut USDA befinden sich 70 % der Pflanzen in gutem oder ausgezeichnetem Zustand (im Vergleich zu 68 % im Jahr 2024), was auf eine „volle Ernte“ hindeutet. „Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass der August ein entscheidender Monat für die Sojabohnenentwicklung ist“, betont er.
Der Vorschlag der US-Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency), die obligatorische Beimischung von Biokraftstoffen um 67 % zu erhöhen, ist ein Schlüsselfaktor. Sojaöl macht rund 70 % der Produktion von Biodiesel und erneuerbarem Diesel aus. Sollte der Vorschlag angenommen werden, könnte er laut Analysten zu einer Erhöhung der Verarbeitungsmenge um 2,5 bis 5 Millionen Tonnen führen und die US-Endbestände möglicherweise auf 4 bis 7 Millionen Tonnen reduzieren.
„Bei Kleie ist es unwahrscheinlich, dass die Angebotssteigerung mit einer steigenden Nachfrage einhergeht. Die Herden sind stabil und können das potenzielle zusätzliche Volumen nicht aufnehmen. Das Ergebnis: Die prognostizierten Lagerbestände sind dreimal höher, mit einer natürlichen Tendenz nach unten“, sagt er.
„Was Öl betrifft, sorgen eine potenziell steigende Nachfrage, knappe Lagerbestände und positive Margen für optimistische Aussichten. Die Fonds haben im Gegensatz zu Getreide und Kleie eine Long-Position in Öl gehalten“, erklärt er.
Der Ölanteil (der Anteil des Öls an der Verarbeitungsmarge) liegt nun bei fast 50 %, dem höchsten Stand seit der Saison 2021/22. Dies würde historisch gesehen Sojabohnenpreise von über 12 US-Dollar pro Scheffel in Chicago rechtfertigen. Der Markt notiert jedoch weiterhin zwischen 10,00 und 10,50 US-Dollar, was auf eine gewisse Diskrepanz zwischen Fundamentaldaten und Preisbildung hindeutet.
Die Saison 2025/26 verspricht steigende Produktion und Exporte in den beiden größten globalen Produzenten Indonesien und Malaysia. Die große Neuigkeit kommt aus Indien, dem weltweit größten Palmölimporteur. Das Land hat die Einfuhrzölle gesenkt und wird seine Käufe 7,8/8,7 voraussichtlich von 2025 auf 26 Millionen Tonnen steigern.
Laut Hedgepoint-Analyst dürfte sich die Preisspanne zwischen Palmöl und Sojaöl verringern, und es besteht Spielraum für steigende Palmölpreise. Die weltweite Nachfrage nach Pflanzenölen dürfte steigen, wobei die wirtschaftliche Erholung Indiens ein wichtiger Treiber des Verbrauchs sein wird.
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