Schädlingskomplex bedroht die Produktivität des Zuckerrohranbaus.

Zuckerrohrrüssler und Schaumzikaden können Produktionsausfälle von bis zu 40 % verursachen und die Lebensdauer von Zuckerrohrfeldern beeinträchtigen.

16.12.2025 | 15:56 (UTC -3)
Viviane Passerini, Ausgabe des Cultivar Magazine

Zuckerrohr bleibt einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der brasilianischen Agrarwirtschaft. Brasilien, der weltweit größte Produzent und Exporteur, erwartet laut der staatlichen Versorgungsgesellschaft Conab für 2025/2026 eine Ernte von 663,4 Millionen Tonnen. Neben der Versorgung der Zucker- und Ethanolmärkte spielt die Pflanze eine strategische Rolle im Energiemix, indem Abfälle zur Stromerzeugung und Biomethanproduktion genutzt werden.

Trotz seiner wirtschaftlichen und ökologischen Bedeutung steht der Sektor im Bereich der Pflanzenschutzmaßnahmen vor zunehmenden Herausforderungen. Der Schädlingsbefall hat sich dabei als einer der Hauptfaktoren herausgestellt, der die Produktivität und Rentabilität von Zuckerrohrplantagen beeinträchtigt.

Experten warnen vor den Schwierigkeiten bei der Bekämpfung zweier wiederkehrender Schädlinge: des Zuckerrohrrüsslers (Sphenophorus levis) und die Zuckerrohrschaumzikade (Mahanarva fimbriolataLaut Technikern von UPL Brasil, einem Unternehmen, das landwirtschaftliche Betriebsmittel liefert, können diese Insekten sowohl die Pflanzenentwicklung als auch die Lebensdauer der Ernte beeinträchtigen.

"O Sphenophorus „Sie gilt als einer der aggressivsten Schädlinge der Zuckerrohrpflanze. Die Larven befallen das Wurzelsystem und das Rhizom, stören den Safttransport und schwächen die Pflanze“, erklärt Leandro Valerim, Insektizidmanager bei UPL Brasilien. Laut Valerim schädigt der Schädling auch den Austrieb der Folgepflanzen und reduziert so die Anzahl wirtschaftlich rentabler Ernten im gesamten Zuckerrohrzyklus.

Die Bekämpfung des Zuckerrohrrüsslers gestaltet sich aufgrund seines langen Lebenszyklus und seiner Angewohnheit, sich unter dem Stroh zu verstecken, schwierig, da er so vor herkömmlichen Bekämpfungsmethoden geschützt ist. Zudem erfolgt die Verbreitung leicht durch befallene Setzlinge und den Einsatz von Landmaschinen. Daten der brasilianischen Agrarforschungsgesellschaft Embrapa zeigen, dass die Verluste bis zu 30 Tonnen pro Hektar und Jahr betragen können – das entspricht fast 40 % der durchschnittlichen Produktivität.

Eine weitere große Herausforderung stellt die Zuckerrohr-Schaumzikade dar, die in verschiedenen Entwicklungsstadien aktiv ist. Die Larven verbleiben im Boden und ernähren sich vom Wurzelsaft, während die ausgewachsenen Tiere die Blätter befallen. „Die geflügelten Schaumzikaden injizieren Toxine, die neben der Beeinträchtigung des Zuckergehalts und der Förderung von Pilzbefall auch zu Vergilbung, Austrocknung und verminderter Photosynthese führen“, erklärt Valerim.

Angesichts dieser Situation wurde integriertes Schädlingsmanagement als unerlässliche Strategie identifiziert. Die Empfehlung umfasst die kontinuierliche Überwachung der betroffenen Gebiete, den Einsatz biologischer Bekämpfungsmethoden und den gezielten Einsatz von Insektiziden unter Berücksichtigung technischer und ökologischer Kriterien.

Studien in Versuchsgebieten zeigen, dass die Anwendung von Bekämpfungsstrategien zu deutlichen Produktivitätssteigerungen führen kann. Eine gemeinsam von UPL und dem Beratungsunternehmen Global Cana durchgeführte Studie ergab, dass behandelte Flächen eine durchschnittliche Produktivität von 80,5 Tonnen pro Hektar aufwiesen, verglichen mit 51,6 Tonnen pro Hektar in unbehandelten Flächen – ein Anstieg von über 50 %.

Für Rogério Castro, CEO von UPL Brasilien, sollte das Pflanzenschutzmanagement als fester Bestandteil des Produktionssystems betrachtet werden. „Effizientes Schädlingsmanagement verursacht keine Kosten. Es ist eine direkte Investition in die Produktivität und sollte stets mit Nachhaltigkeit einhergehen“, so sein Fazit.

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