Niedrige Temperaturen beeinträchtigen die zweite Maisernte
Conab schätzt, dass die Ernte nur 3,9 % der Anbaufläche erreicht
Im landwirtschaftlichen Herzen von Rio Grande do Sul erfindet sich ein alter Feind neu. conyza bonariensis, die Buva, tröpfelte bereits die Glyphosat. Jetzt übertrifft es auch Chlorimuron-ethyl (Chlorimuronethyl). Die Entdeckung erfolgte nach Analysen mit Biotypen, die in Pflanzen von Soja im Nordwesten des Staates. Die Daten deuten auf eine kombinierte genetische und metabolische Resistenz hin, eine Warnung für Techniker und Produzenten.
Die Studie zeigt, dass die Biotypen bis zum 49-Fachen der empfohlenen Glyphosat-Dosis vertragen. Gegen Chlorimuron liegt der Resistenzfaktor teilweise über 4900. Diese Zahlen deuten auf einen Verlust der praktischen Wirksamkeit im Feld hin.
Die genetische Sequenzierung ergab drei Mutationen: Pro106Thr im EPSPS-Gen, das mit Glyphosat in Verbindung steht; Pro197Arg und Trp574Leu im ALS-Gen, die mit der Resistenz gegen Chlorimuron in Zusammenhang stehen. Darüber hinaus zeigten Tests mit dem Malathion-Hemmer, dass ein beschleunigter Stoffwechsel über Cytochrom P450 am Abbau des Herbizids beteiligt ist.
In der Studie wurden fünf Biotypen untersucht. Vier waren resistent gegen Chlorimuron. Drei waren zudem resistent gegen Glyphosat. Biotyp II mit der Pro197Arg-Mutation zeigte zudem Kreuzresistenzen gegen vier weitere ALS-Hemmer wie Imazethapyr und Flucarbazon.
Die Verbreitung der Art ist beeindruckend. Wie die am Projekt beteiligten Wissenschaftler betonten, kann eine einzige Pflanze 800 Samen in den Wind abgeben. Derzeit sind in Brasilien über sieben Millionen Hektar befallen. Das entspricht etwa 7 % der mit Sojabohnen bepflanzten Fläche. Die Kosten für die Bekämpfung betragen zudem rund 30 Millionen US-Dollar pro Ernte.
Traditionelle Herbizid-Rotationsstrategien verlieren angesichts multipler Resistenzen an Wirksamkeit. Forschern zufolge muss das Management schnelle molekulare Tests und den Einsatz von Zwischenfrüchten einbeziehen. Die Kenntnis der vorhandenen Mutationsart kann zu effektiveren Entscheidungen führen.
Die Studie schließt eine erhöhte Kopienzahl der ALS- und EPSPS-Gene als Ursache für die Resistenz aus. Sie deutet jedoch auf eine erhöhte Genexpression in einigen Biotypen hin. Die Kombination genetischer und metabolischer Mechanismen ist ein Warnsignal für die zunehmende Komplexität der chemischen Bekämpfung.
Weitere Informationen unter doi.org/10.1016/j.pestbp.2025.106501
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