Informationen sind der Schlüssel zur Bekämpfung der Kritik an der Landwirtschaft

Auf der 10. CBSoja präsentierte Edivaldo Domingues Velini Informationen zu den nachhaltigen Aspekten des Sektors

23.07.2025 | 17:26 (UTC -3)
Vivian Chies

Die Notwendigkeit, Daten zur brasilianischen Landwirtschaft, insbesondere zur Nachhaltigkeit der Produktion, zu generieren und bereitzustellen, wurde in Diskussionen auf dem 10. Brasilianischen Soja- und Mercosoja-Kongress, der diese Woche in Campinas, SP, stattfindet, betont. Auf der Eröffnungskonferenz des Programms am Mittwoch (23.) präsentierte Professor Edivaldo Domingues Velini von Unesp/Botucatu Informationen zu den nachhaltigen Aspekten des ländlichen Sektors.

Aus wirtschaftlicher Sicht exportiert die Landwirtschaft mehr als sie importiert, was nicht nur die Handelsbilanz des Sektors, sondern auch die des Landes positiv hält. Ein vom Sprecher gezeigtes Diagramm mit historischen Daten seit 1988 zeigt, dass Brasiliens Handelsbilanz fast immer positiv war. Lässt man den Agrarsektor jedoch aus der Gleichung heraus, wird sie ab den 2000er Jahren negativ.

Die Produktion des Feldes spielt auch in Brasiliens Energiesystem eine entscheidende Rolle. Biomasse deckt 32,56 Prozent des brasilianischen Energieverbrauchs. Biodiesel liefert mehr Energie als Solaranlagen, und die erzeugte Menge würde ausreichen, um ganz Uruguay zu versorgen, erklärte der Professor. Brasiliens Energiesystem ist zu 49 Prozent erneuerbar und liegt damit deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 14 Prozent. „Aber Brasilien wäre ohne Biomasse wie der Rest der Welt“, warnte Velini.

Ein häufiger Kritikpunkt an der brasilianischen Agrarindustrie sei, dass die Menge der in Brasilien eingesetzten Pestizide relativiert werden müsse, argumentierte der Sprecher. „Es ist ein komplexes Land mit intensiver Landwirtschaft auf riesigen Flächen, und viele Vergleiche sind unsinnig“, betonte er. Die brasilianische Landwirtschaft führt das Ranking beim absoluten Wert der Pestizidkäufe an, fällt aber auf den 7. bzw. 14. Platz zurück, wenn man den Wert pro Hektar bzw. pro Tonne Produkt betrachtet. Auch bei Herbiziden ist Brasilien führend beim Gesamtverbrauch, liegt aber unter dem Weltdurchschnitt, wenn man die Mengen pro Anbaufläche und pro erzieltem Ertrag betrachtet.

Velini argumentierte, dass selbst diese Indikatoren nicht die geeignetsten seien. Er plädiert für die Verwendung von Indizes, die die Anwendungssicherheit für Arbeitnehmer, Verbraucher und Umwelt bewerten, wie beispielsweise den Environmental Impact Quotient (EIQ). Unter Berücksichtigung dieses Indikators habe sich die Sicherheit bei Zucker, Zuckerrohr, Mais und Sojabohnen verbessert, betonte der Professor.

Trotz der Fülle an Daten betonte Velini den Mangel an zugänglichen historischen Daten zur brasilianischen Landwirtschaft. „Nehmen Sie Datenbanken ernst. Wir brauchen Informationen, und sie müssen zugänglich sein“, betonte er. Ihm zufolge sind Daten der Schlüssel zur Bewältigung einer der größten Herausforderungen der Landwirtschaft: der Kommunikation mit der Gesellschaft.

Der Professor betonte auch die verpassten Chancen des Landes aufgrund mangelnder Investitionen in Forschung, Entwicklung und Innovation. „Ich kann mir nicht vorstellen, wo wir wären, wenn wir statt 20 Milliarden Real 200 Milliarden Real in Forschung investiert hätten“, erklärte er. „Was braucht Brasilien kurzfristig? Datensätze und Partnerschaften für Forschungsinnovationen.“ Langfristig sei für höhere Investitionen eine tiefgreifendere Umstellung der öffentlichen Mittel erforderlich, glaubt er.

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