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In Brasilien herrscht zwischen Dienstag und Mittwoch trockenes Wetter; Frost im Süden und niedrige Luftfeuchtigkeit sind die Hauptmerkmale.
Direktsaat und robotergestützte Unkrautbekämpfung gewinnen in der Fachdiskussion über den professionellen Zuckerrübenanbau (Beta vulgaris) zunehmend an Bedeutung. Diese Themen stehen im Mittelpunkt des Programms der SugarBeet Expo 2026, einer internationalen Fachmesse der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft). Die Veranstaltung findet am 9. und 10. September 2026 auf dem Rittergut Gestorf bei Hannover statt. Die Ausstellung begleitet die PotatoEurope und umfasst auch Vorführungen von Maschinen im Feldeinsatz.
Die Messe konzentriert sich auf praxisnahe Lösungen, Maschinen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Das technische Programm behandelt die Herausforderungen und Chancen der Direktsaat. Es umfasst außerdem Robotik, technologische Trends und angewandte Forschung im Pflanzenbau. Landwirte können moderne Technologien unter realen Feldbedingungen erleben.
Die Direktsaat zeichnet sich durch die geringe Bodenbearbeitung aus. Das System erhält die Bodenkapillaren und Regenwurmgänge. Dadurch werden Wasserinfiltration und -transport verbessert. Zudem erhöht es die Tragfähigkeit des Bodens und verringert das Erosionsrisiko. Dieser Vorteil ist besonders in gefährdeten Gebieten von Bedeutung.
Das System erhält die Bodenbedeckung nahezu das ganze Jahr über aufrecht. Es nutzt Deckfrüchte, Erntereste und organisches Material an der Oberfläche. Dieser Schutz verringert die Austrocknung des Bodens, begrenzt Verdunstungsverluste und fördert die biologische Aktivität. Organische Substanz reichert sich in der obersten Bodenschicht an und dringt durch die Aktivität von Bodenorganismen in tiefere Schichten vor.
Eine permanente Bodenbedeckung trägt dazu bei, dass der Boden in Trockenperioden länger Feuchtigkeit speichert. Dies schafft eine wichtige Grundlage für die Ertragsstabilität von Zuckerrüben. Die Direktsaat reduziert zudem in vielen Systemen den Unkrautdruck, da weniger Bodenbearbeitung die Keimung von weniger Samen begünstigt.
Die Integration von Präzisionstechnologien erweitert das Potenzial des Systems. Gezieltes Sprühen ermöglicht eine effizientere Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln bei geringerem Ressourcenverbrauch. Das Dokument weist zudem auf die Möglichkeit hin, den Einsatz von Fungiziden und Insektiziden zu reduzieren, was zu widerstandsfähigeren Pflanzenbeständen und gut geplanten Fruchtfolgen führen kann.
Die Direktsaat erfordert besondere Aufmerksamkeit. Im europäischen Frühjahr erwärmt sich der Boden langsamer. Dies kann das anfängliche Wachstum der Kulturpflanzen verzögern. Unter bestimmten Umständen können sich auch Schnecken und Nagetiere vermehren, da ihre Lebensräume weniger gestört werden. Der Pflanzenaufgang kann in manchen Fällen ungleichmäßig sein. Daher kann eine höhere Aussaatmenge erforderlich sein.
Laut Angaben des DLG sinkt die Produktivität im Zuckerrübenanbau um etwa vier bis acht Prozent. Der Erfolg des Systems hängt von einem hohen Managementniveau, Erfahrung und spezialisierter Ausrüstung ab. Präzise Saatgutablage, Pflanzenmanagement und Pflanzenschutz zählen zu den technischen Anforderungen. Dennoch hält das System bei konsequenter Umsetzung für wirtschaftlich attraktiv.
Robotik entwickelt sich zu einem weiteren Treiber des Wandels im Zuckerrübenanbau. Das Dokument zur SugarBeet Expo 2026 verweist auf Herausforderungen im Zusammenhang mit Wirtschaftlichkeit, Krankheiten und Schädlingen wie dem SBR/Stolbur-Komplex und der Cercosporiose sowie der Unkrautbekämpfung. Die sinkende Anzahl zugelassener Pflanzenschutzmittel, steigende Lohnkosten und die geringere Verfügbarkeit von Arbeitskräften setzen die Erzeuger, insbesondere im ökologischen Landbau, unter Druck.
Der Versuchsbetrieb Kirschgartshausen der Südzucker Landwirtschaft nördlich von Mannheim testet alternative Unkrautbekämpfungsmethoden. Zu den Versuchen gehören traktormontierte Zwischenreihen-Jätsysteme, konventionelle mechanische Jätung mit Streifenspritzung, gezielte Spritzung, elektrische Steuerung und autonome Roboter. Unter den getesteten Systemen sind Farmdroid aus Dänemark, Farming Revolution aus Deutschland und Naïo Technologies aus Frankreich.
Zwei autonome Systeme wurden in den letzten Jahren intensiv getestet. Das Farmdroid FD20 nutzt GPS und dient als Spezialsystem für die Aussaat und Unkrautbekämpfung von Zuckerrüben. Es muss die Fläche vorab bearbeiten, um die Samen hochpräzise zu platzieren. Das Farming GT von Farming Revolution verwendet Kameras und künstliche Intelligenz, um Unkraut von der Kulturpflanze zu unterscheiden. Es ist für über hundert Kulturpflanzen geeignet und ermöglicht die Aussaat mit herkömmlichen Geräten.
Beide Systeme können innerhalb der Pflanzenreihe Unkraut jäten und arbeiten nah an den Kulturpflanzen, wodurch Schäden minimiert werden. Es handelt sich um eine Kombination aus Präzisionsrobotern zur Unkrautbekämpfung und lokaler Ausbringungstechnik. Bei dieser Strategie werden Pflanzenschutzmittel oder Flüssigdünger gezielt ausgebracht. Im Vergleich zur flächendeckenden Ausbringung können die benötigten Mengen um mehr als 90 Prozent reduziert werden.
Die Versuche in Kirschgartshausen erforderten ein größeres Versuchsdesign als herkömmliche Parzellen. Die Parzellen waren 50 Meter lang und zwölf Reihen breit. Die Anordnung erfolgte in einem randomisierten Blockdesign mit vier Wiederholungen. Jede Parzelle umfasste insgesamt 270 Quadratmeter. Die Auswertungen erfassten den Unkrautbefall und die Pflanzendichte nach jeder Behandlung.
Südzucker Landwirtschaft sammelt seit 2020 Ergebnisse aus Feldversuchen mit Robotern. In den letzten drei Jahren reduzierten die Roboter den Unkrautbefall unter verschiedenen Unkrautdruckbedingungen signifikant. Die Bekämpfungseffektivität lag zwischen 90 und fast 98 Prozent. In zwei der drei Jahre erzielten die autonomen Systeme Ergebnisse, die mit drei herkömmlichen Nachauflaufherbiziden vergleichbar waren. Im Jahr 2025, bei hohem Unkrautdruck, konnten die Roboter nicht alle Pflanzen von den Versuchsflächen entfernen.
Die Ergebnisse hinsichtlich der Pflanzenverluste fielen ebenfalls zugunsten der Roboter aus. Sie arbeiteten schonender als die konventionelle mechanische Bodenbearbeitung mit Hacken und Eggen, eine Methode, die mit erheblichen Schäden an Zuckerrübenpflanzen verbunden ist. Bei Farmdroid unterschieden sich die Verluste in keinem der drei Jahre signifikant von der unbehandelten Kontrollgruppe. Farming GT schnitt ähnlich ab, verursachte jedoch unter hohem Unkrautdruck im Jahr 2025 größere Verluste. Dennoch sollte die mit Farming GT erreichte Pflanzendichte von über 90.000 Pflanzen pro Hektar die Produktivität laut Dokument nicht beeinträchtigen.
Tests deuten auf ein Potenzial zur Reduzierung des manuellen Unkrautbekämpfungsaufwands im ökologischen Landbau hin. Die praktische Anwendung erfordert jedoch eine Analyse für jeden einzelnen Betrieb. Die Leistungsfähigkeit wird durch Arbeitsbreite und -geschwindigkeit begrenzt. Die Systeme eignen sich am besten für große, ebene Flächen mit wenigen Manövern. Der Einsatz an Hängen, auf steinigen Flächen oder mit Mulch bedeckten Oberflächen wird in den technischen Unterlagen nicht empfohlen.
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