Die schwache Nachfrage setzt die Harnstoffpreise unter Druck.

Die Harnstoffpreise sind um 14 % gefallen, während der Markt weiterhin die geopolitischen Auswirkungen aufmerksam verfolgt.

20.05.2026 | 15:25 (UTC -3)
Cultivar Magazine, basierend auf Informationen von Bruno Cirillo

Die schwächere globale Nachfrage hat die Harnstoffpreise in brasilianischen Häfen erneut unter Druck gesetzt. Laut einer Analyse des Beratungsunternehmens StoneX sind die Düngemittelpreise in den letzten vier Wochen um 14 % gefallen und liegen bereits unter 700 US-Dollar pro Tonne.

Laut Tomás Pernías, Analyst bei Market Intelligence des Unternehmens, ist der Abwärtstrend direkt auf geringere Käufe in mehreren Ländern, darunter Brasilien, zurückzuführen. Trotzdem liegen die Preise immer noch rund 43 % über dem Niveau vor Beginn des Konflikts im Nahen Osten.

Die Unternehmensberatung hebt hervor, dass der Markt zwar eine Korrektur durchläuft, tiefere Rückgänge jedoch durch die aktuelle globale Angebotslage begrenzt sein dürften. Dies liegt daran, dass der internationale Handel mit Stickstoffdüngern weiterhin von geopolitischen Entwicklungen, insbesondere von logistischen Engpässen im Zusammenhang mit dem Konflikt und der Situation in der Straße von Hormus, beeinträchtigt wird.

Trotz des jüngsten Preisrückgangs bleibt das Handelsvolumen auf dem internationalen Markt gering. Laut StoneX zählen die Handelsbedingungen weiterhin zu den ungünstigsten der letzten Jahre, was den Anreiz für Neukäufe mindert. Zudem führt das nach wie vor hohe Preisniveau dazu, dass Käufer vorsichtig sind und Verhandlungen eher hinauszögern.

In Brasilien ist diese Abwartestrategie kurzfristig noch praktikabel, da der saisonale Höhepunkt der Stickstoffdüngerkäufe üblicherweise in der zweiten Jahreshälfte liegt. Dennoch ist das Beratungsunternehmen der Ansicht, dass die Verzögerung nicht unbegrenzt fortgesetzt werden sollte.

„Es wird erwartet, dass inländische Käufer in den kommenden Monaten auf den Markt zurückkehren werden, entweder um ihre Lagerbestände aufzufüllen oder um sich Lieferungen für bevorstehende Anwendungen zu sichern“, betont der Analyst.

Nach Einschätzung von StoneX hat der jüngste Preisrückgang noch nicht das Szenario geschaffen, das Käufer erwartet hatten, die die Verhandlungen seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten aufgeschoben hatten.

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