Der Markt für Sojabohnen-Pestizide wuchs in Brasilien um 6 %.
Laut einer Studie von Kynetec Brasil steigern eine größere Anbaufläche und eine höhere Anwendungsintensität den Ertrag.
Die Landwirte in Rio Grande do Sul (RS) stehen 2026 vor einer doppelten Herausforderung. Während die Produktionskosten weiter steigen, haben sich die erzielten Preise für ihre Erzeugnisse noch nicht auf das Niveau des Vorjahres erholt. Diese Daten stammen aus dem monatlichen Bericht zu den Agrarinflationsindizes in Rio Grande do Sul, der am Dienstag (2. Juni) vom Wirtschaftsbeirat des Landwirtschaftsverbandes des Bundesstaates Rio Grande do Sul (Farsul) veröffentlicht wurde.
Der Produktionskosteninflationsindex (IICP) stieg im April um 1,55 % und erreichte damit im laufenden Jahr 4,90 % und in den letzten zwölf Monaten 2,37 %. Haupttreiber war Düngemittel, die im April aufgrund von Unsicherheiten auf dem internationalen Inputmarkt und gestiegenen Rohstoffpreisen um 8 % teurer wurden.
Die Entwicklung bei Pflanzenschutzmitteln verlief in die entgegengesetzte Richtung. Der Anstieg des Dollars um 4 % in diesem Zeitraum trug zu sinkenden Preisen bei und milderte so den Kostendruck teilweise. Dennoch fiel das Gesamtergebnis positiv aus, d. h. es war für die Erzeuger teurer. „Der Kostenanstieg setzt sich fort, wenn auch in geringerem Maße als im März“, heißt es im Bericht. In den letzten zwölf Monaten beschleunigte sich der Inflationsindex (IICP) auf 2,37 % und verstärkte damit den Aufwärtstrend, der die bis 2025 erwartete Deflationsphase ablöste.
Auf der Einnahmenseite ist eine teilweise Erholung zu beobachten. Der Index der erhaltenen Preisinflation (IIPR) stieg im April um 0,81 %, getrieben durch die Wertsteigerung von Milch, Reis, Weizen und Rindfleisch. Der über zwölf Monate kumulierte Wert liegt jedoch weiterhin deutlich bei -9,19 %, was bedeutet, dass die Erzeuger trotz der jüngsten Verbesserung heute für dasselbe Produkt immer noch weniger erhalten als vor einem Jahr.
Reis und Milch stehen weiterhin unter dem Druck des geringeren Angebots, während Weizen den für die Nebensaison typischen Preisanstieg verzeichnet. Rinder hingegen spiegeln die Verschiebung im Viehzyklus wider, die historisch gesehen nach Phasen intensiver Schlachtungen die Erzeugerpreise begünstigt.
Ein zentraler Punkt des Berichts ist der deutliche Unterschied zwischen den Erzeugerpreisen und den Endverbraucherpreisen. Während der Produktionspreisindex (IIPR) innerhalb von zwölf Monaten um 9,19 % gesunken ist, verzeichnet der Verbraucherpreisindex für Nahrungsmittel und Getränke (IPCA), der die Lebensmittelinflation für Endverbraucher misst, im selben Zeitraum einen Anstieg von 2,69 %. Der Gesamt-IPCA liegt bei 4,39 %.
Die Zahlen offenbaren eine erhebliche Diskrepanz zwischen Erzeuger und Verbraucher und zeigen, dass die Lebensmittelinflation nicht beim Erzeuger entsteht, sondern in späteren Stufen der Produktionskette – Transport, Verarbeitung, Vertrieb und Einzelhandel – sowie durch übergreifende makroökonomische Faktoren wie Wechselkurse und Zinssätze. Das Phänomen ist nicht neu, doch die Daten vom April 2026 machen es deutlicher sichtbar: Die Erzeuger erhalten weniger als vor einem Jahr; die Verbraucher zahlen mehr.
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