Die Küste von Santa Catarina bietet Potenzial für die Produktion von Spezialitätenkaffee

Studien von Epagri und Partnerinstitutionen weisen auf die wirtschaftliche und ökologische Rentabilität der Familienlandwirtschaft hin

25.09.2025 | 16:49 (UTC -3)
Gisele Dias, Ausgabe des Cultivar Magazine

Jüngste Untersuchungen von Epagri, dem Instituto Federal Catarinense (IFC) und dem Instituto Federal do Sul de Minas zeigen, dass die Küste von Santa Catarina geeignete Bedingungen für den Anbau von Coffea arabica, im Rahmen der Familienlandwirtschaft, mit hohem wirtschaftlichen und ökologischen Mehrwert.

Eines der Ergebnisse dieser Studie war die Veröffentlichung einer Karte von Epagri/Ciram mit Gebieten, die sich unter Berücksichtigung der klimatischen und ökologischen Bedingungen an der Küste von Santa Catarina möglicherweise für den Anbau von Arabica-Kaffee eignen.

Laut Epagri-Forscherin Valeria Pohlmann reicht die Institution bei FAPESC ein Projekt ein, das Klimarisikoanalysen für den Kaffeeanbau im Bundesstaat ermöglichen soll. „Dadurch wird es möglich sein, offiziell geeignete und ungeeignete Gebiete für den Kaffeeanbau in Santa Catarina zu empfehlen“, erklärt sie.

Darüber hinaus ist in Tubarão ein Experiment geplant, um verschiedene Sorten in unterschiedlichen Produktionssystemen zu bewerten: in der Agroforstwirtschaft mit voller Sonne und im Schatten. Ziel ist es, die Produktivität und Anpassungsfähigkeit der Pflanzen unter Berücksichtigung der Vielfalt der landwirtschaftlichen Familienstrategien zu analysieren.

Technische Schulungen und Erfahrungsaustausch

Im August bot Epagri in seinem Schulungszentrum in Tubarão 22 Technikern des Unternehmens einen Kaffeeproduktionskurs an. Ziel des Kurses war es, ihr Wissen über Schatten- und Zwischenfruchtanbau, Ernte- und Nachernteverfahren sowie Bodenschutzmanagement zu vertiefen.

Während der Schulung besuchten die Teilnehmer einen Familienbetrieb in Treze de Maio und wendeten Schnitt- und Managementtechniken in einem von einheimischen Bäumen beschatteten Obstgarten an. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Gesundheit, Produktivität und Langlebigkeit der Kaffeeplantage. Der Kurs wurde von den IFC-Araquari-Professoren Fabrício Moreira Sobreira und Fernando Prates Bisso geleitet und von Epagri-Berater Diego Adilio da Silva koordiniert.

Für Fábio Zambonim, einen Forscher bei Epagri, sind diese Maßnahmen von entscheidender Bedeutung, um das technische Wissen auf den neuesten Stand zu bringen und die Kaffeeindustrie von Santa Catarina wiederzubeleben, indem Tradition, Wissenschaft sowie wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit vereint werden.

Kaffee an der Küste von Santa Catarina: Geschichte und Potenzial

Der Kaffeeanbau in Santa Catarina begann im späten 18. Jahrhundert und war für seine Qualität bekannt, wenn auch in geringeren Mengen als im Südosten. In den 1960er Jahren reduzierte die nationale Ausrottungspolitik die kommerzielle Produktion und verlagerte die Aktivität auf Subsistenzlandwirtschaft.

Eine IBGE-Umfrage aus dem Jahr 2017 ergab, dass in 15 Küstengemeinden weiterhin Kleinkulturen angebaut werden. Dies unterstreicht die Anpassungsfähigkeit der Kulturpflanze an das lokale Klima und Gelände. Der bevorzugt im Schatten atlantischer Waldarten angebaute Küsten-Arabica-Kaffee gedeiht, während selektive Ernte für reife Früchte und eine unverwechselbare Qualität sorgt, die zum familiären Umfeld passt.

Spezialitätenkaffee als alternative Einnahmequelle

Der Anbau von Spezialitätenkaffee an der Küste von Santa Catarina bietet erhebliches wirtschaftliches Potenzial, insbesondere in Kombination mit ländlichem Tourismus, Direktverkauf und kleinen Gourmetröstereien. Laut Forschern steigert diese Initiative den Wert der Familienproduktion, belebt traditionelle Praktiken wieder und trägt zum Umweltschutz bei.

„Die Nachfrage nach technischen Informationen zu Schattenkaffee wächst in der Region. Es wird erwartet, dass die Produktion von Spezialitätenkaffee für Familienbauern in Santa Catarina zu einer wirtschaftlichen Realität wird“, betont Valeria.

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