Der drastische Temperatursturz bereitet den Erzeugern in der südlichen Zentralregion Sorgen.

Witterungsbedingungen erhöhen die Anfälligkeit von Zweitanbaukulturen aus Mais und Bohnen in landwirtschaftlichen Gebieten.

08.05.2026 | 16:13 (UTC -3)
Inmet

Ungünstige Wetterbedingungen haben den Fortschritt der zweiten Getreideernte in den Bundesstaaten Paraná und Mato Grosso do Sul erheblich beeinträchtigt. In einigen Regionen hat die Verzögerung der Ernte den optimalen Aussaatzeitpunkt für Folgekulturen verfehlt, wodurch die Risiken geringerer Niederschläge und einer höheren Wahrscheinlichkeit des Vordringens kalter Luftmassen, die normalerweise im Mai über die Region ziehen, gestiegen sind.

Während der Aussaat von Mais und Bohnen wurde ein Rückgang der Niederschläge beobachtet, der vor allem im westlichen Paraná und im südlichen Mato Grosso do Sul zu anfänglichen Problemen im Pflanzenwachstum führte. Beide Kulturen durchliefen je nach Anbaugebiet im April und Anfang Mai kritische Entwicklungsphasen und waren gerade in der Zeit des größten Wasserbedarfs der Pflanzen stark von Wasserknappheit betroffen. Diese Situation hat bereits zu erheblichen Ernteausfällen geführt, obwohl sich die Niederschläge zwischen Ende April und Anfang Mai verbesserten.

Aktuelle Wettervorhersagen deuten auf das Vorrücken einer intensiven Polarluftmasse über die Südregion, den Süden von São Paulo und Mato Grosso do Sul hin. Dies lässt einen starken Temperatursturz erwarten, der Frost in weiten Teilen der Südregion Brasiliens begünstigt. Diese Situation stellt ein hohes Risiko für Sommerkulturen wie Mais und Bohnen dar, die sich in den Bundesstaaten Paraná, Mato Grosso do Sul und São Paulo in einer kritischen Entwicklungsphase befinden.

Abbildung 1: Niederschlag und Mindesttemperatur im Zeitraum vom 20. Februar bis 12. Mai in Ponta Grossa (PR); Quelle: Sisdagro
Abbildung 1: Niederschlag und Mindesttemperatur im Zeitraum vom 20. Februar bis 12. Mai in Ponta Grossa (PR); Quelle: Sisdagro


In diesem Zusammenhang ist die wirtschaftliche Bedeutung des regionalen Zentrums Ponta Grossa (PR) hervorzuheben, wo rund 33 Hektar mit Mais der zweiten Ernte bewirtschaftet werden. Laut dem Ministerium für ländliche Wirtschaft von Paraná (Deral) befinden sich etwa 95 % dieser Fläche in Phasen, die besonders empfindlich auf Hitzestress reagieren: 25 % in der Blüte und 70 % in der Fruchtbildung.

Angesichts dieser Situation und der Prognose sinkender Mindesttemperaturen in den kommenden Tagen mit Werten um 3,6 °C am Dienstag (12.) verstärkt sich die Sorge um mögliche Auswirkungen auf Blüte und Kornfüllung. Diese Bedingungen können Bestäubungsstörungen, verminderte Kornbildung und folglich einen Ertragsrückgang verursachen. Darüber hinaus hat die anhaltende Dürreperiode zwischen dem 10. und 26. April (siehe Abbildung 1) die Anfälligkeit der Pflanzen für Hitzestress erhöht.

Die Kombination aus erwartetem Wassermangel und einem starken Temperatursturz erhöht das Risiko schwerer Ernteschäden, insbesondere in frostgefährdeten Gebieten. Bei Bohnen, die noch empfindlicher auf niedrige Temperaturen reagieren, kann es zu Blütenfall und verminderter Hülsenbildung kommen. Während der Kornfüllungsphase kann Frost zu Schrumpfung sowie zu einer Verringerung von Korngröße und -gewicht führen. Winterkulturen im Aussaat- oder frühen Entwicklungsstadium, wie Weizen, Hafer, Raps und Weidegras, sollten hingegen derzeit keine signifikanten negativen Auswirkungen erfahren.

Wettervorhersage

Die Prognose für die kommenden Tage deutet auf den Durchzug einer Kaltfront über die Südregion hin, was das Auftreten von starken Regenfällen und extremen Wetterbedingungen in Gebieten im Südwesten und im südlichen Zentrum von Paraná sowie im nördlichen Santa Catarina begünstigt, wobei die Niederschlagsmengen 80 mm überschreiten könnten.

In weiten Teilen der südlichen Region, insbesondere im südlichen Rio Grande do Sul, im westlichen Santa Catarina und Paraná sowie im äußersten Süden von Mato Grosso do Sul, werden weiterhin niedrige Temperaturen erwartet. Die Kaltluftmasse wird die Gebiete bis zum Ende der Woche beeinflussen, vor allem im südlichen Zentral-Paraná und in der Bergregion von Santa Catarina, wo die Tiefsttemperaturen unter 8 °C fallen können, in höheren Lagen sogar unter 2 °C. Diese extreme Kälte, verbunden mit der Möglichkeit von Frost in den höheren Lagen von Paraná und Santa Catarina, erhöht das Risiko von Schäden an Nutzpflanzen in empfindlichen Entwicklungsstadien.

Diese Situation unterstreicht die Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung der landwirtschaftlichen Aktivitäten in der Region und empfiehlt die kontinuierliche Überwachung der meteorologischen Aktualisierungen, um die Entscheidungsfindung im Pflanzenbau zu unterstützen, Betriebsrisiken zu reduzieren und die Planung der Feldarbeiten zu optimieren.

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