Agrarmarkt – 12. Mai 2026
Sojabohnen, Mais und Weizen reagieren auf ein geringeres Angebot und eine stabile Nachfrage.
Der 4. Abramilho-Kongress, der am Dienstag (13. Mai) in Brasília stattfand, brachte Regierungsvertreter, Parlamentarier, Erzeuger und Führungskräfte der Agrarwirtschaft zusammen, um über Agrarkredite, Produktionskosten, Ernährungssicherheit und technologische Innovationen zu diskutieren. Vizepräsident Geraldo Alckmin und Landwirtschaftsminister André de Paula nahmen an der Eröffnung der Veranstaltung teil. Im Rahmen der Podiumsdiskussion forderten Branchenvertreter Verbesserungen des Ernteplans und Maßnahmen zur Entlastung der Erzeuger.
Alckmin hörte sich die im Kongress vorgebrachten Forderungen an und signalisierte Gesprächsbereitschaft zum Thema Agrarkredite. Der Vizepräsident nannte die Einrichtung eines Garantiefonds als mögliche Maßnahme zur Verbesserung des Finanzierungszugangs. Er kündigte zwar keine konkreten Maßnahmen für den Harvest Plan an, erklärte sich aber bereit, als Ansprechpartner für den Agrarsektor gegenüber der Bundesregierung zu fungieren.
Während der Eröffnung sprach Alckmin auch die Ausweitung des Ethanolanteils im Benzin an. Seinen Angaben zufolge ist die Erhöhung des Anteils von 30 % auf 32 % auf Kurs. Der Vizepräsident hob Maisethanol hervor und wies auf die damit verbundenen ökologischen und ökonomischen Vorteile des Biokraftstoffs hin.
Minister André de Paula erklärte seine Zustimmung zu den Forderungen des Sektors. Er schlug jedoch einen vorsichtigen Ton an und sagte, er werde diese Anliegen gegenüber der Bundesregierung vertreten. Laut Minister betrifft das Thema verschiedene Bereiche der öffentlichen Verwaltung.
Der Präsident von Abramilho, Paulo Bertolini, bewertete das Wachstum der Maisproduktion positiv. „Heute sind wir der drittgrößte Produzent und der zweitgrößte Exporteur weltweit. Dies verdanken wir der Kompetenz unserer Landwirte, dem intensiven Einsatz von Technologie, Biotechnologie, Bodenverbesserung mit Kalk, Anbaumethoden wie Direktsaat, Mechanisierung und anderen“, sagte er.
Das Wachstum der zweiten Maisernte in den letzten Jahren eröffnet Perspektiven für eine zuverlässige Versorgung des brasilianischen Marktes und die Möglichkeit eines Produktionsüberschusses für den Export. „Mehr als 140 Länder weltweit konsumieren unseren Mais, was seine Qualität und den nachhaltigen Produktionsprozess belegt“, erklärte Bertolini.
Er nannte auch Sorghum als Alternative für die Ethanolproduktion. Das Getreide ist dürreresistenter und verursacht geringere Produktionskosten. Der Anbau könnte sich auf Gebiete ausweiten, in denen das Zeitfenster für die Maisaussaat kleiner geworden ist, und den Erzeugern potenzielle Wettbewerbsvorteile bieten.
Senatorin Tereza Cristina, Vizepräsidentin der Parlamentarischen Agrarfront (FPA), beschrieb ein Szenario, in dem die Agrarwirtschaft unter enormem Druck steht. Sie nannte Kriege, sinkende Rohstoffpreise, hohe Betriebsmittelkosten und hohe Zinsen in Brasilien als Gründe. Laut der Senatorin befindet sich der Sektor in einer Krise mit anhaltenden Auswirkungen.
Der Bundesabgeordnete Pedro Lupion, Präsident der FPA (Parlamentarische Agrarfront), kritisierte den Plano Safra (Agrarplan). Seiner Ansicht nach spiegele das Programm nicht die Realität der Erzeuger wider. Lupion plädierte für die Förderung privater Finanzierungsformen als Ergänzung zu öffentlichen Krediten. Die Podiumsdiskussion befasste sich außerdem mit Prodes, einem System zur Überwachung der Vegetationsbekämpfung, und den möglichen Auswirkungen der 6x1-Maßstabsplanung in der Praxis.
Der chinesische Botschafter in Brasilien, Zhu Qingqiao, plädierte für Investitionen in Wissenschaft und Technologie als Grundlage für die Zukunft der Landwirtschaft. Die Podiumsdiskussion stand unter dem Motto „Innovationen, die die Welt ernähren: Die Zukunft der Ernährungssicherheit“.
Zhu Qingqiao erklärte, die Landwirtschaft bilde die Grundlage für die soziale und wirtschaftliche Stabilität von Ländern. Er wies auf den Klimawandel und internationale Konflikte als große Herausforderungen für die Nahrungsmittelproduktion hin. Der Botschafter sagte außerdem, China beabsichtige, ein modernes, qualitativ hochwertiges und nachhaltiges Agrarsystem zu fördern, das auf Wissenschaft und Technologie basiere.
Der chinesische Vertreter hob zudem die Handelsbeziehungen zwischen Brasilien und China hervor. Laut seinen Angaben ist China der größte Markt für brasilianische Agrarexporte. Zhu plädierte für eine engere Zusammenarbeit beider Länder und erklärte, dass beide an einem Strang ziehen müssten.
Die Biotechnologie spielte eine zentrale Rolle in der Podiumsdiskussion. Mario Murakami, Präsident der Nationalen Kommission für Technische Biosicherheit, erklärte, dass die Geninsertion, die vor zehn Jahren noch skeptisch betrachtet wurde, heute zur Produktionspraxis gehöre. Seiner Ansicht nach trage die Technik zu einer sicheren Produktionsausweitung bei und sei das Ergebnis gemeinsamer und kontinuierlicher Entwicklung.
Glauber Silveira, Geschäftsführer von Abramilho, stellte einen Zusammenhang zwischen Biotechnologie und Produktionsstabilität her. Er erklärte, dass Technologien mit der Zeit an Wirksamkeit verlieren, da Schädlinge und Unkräuter Resistenzen entwickeln. Daher sei die Entwicklung neuer Lösungen kontinuierlich notwendig.
Silveira erwähnte auch die Erwartung von Fortschritten bei einem Protokoll zur gegenseitigen Anerkennung von Biotechnologie-Zulassungen zwischen Brasilien und China. Seinen Angaben zufolge würde diese Maßnahme brasilianischen Erzeugern mehr Sicherheit bei der Verwendung bereits für den nationalen Markt zugelassener Sorten geben.
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