Blattläuse verringern die Attraktivität weiblicher Blüten für nächtliche Bestäuber

Brachycaudus lychnidis-Befall verändert die Blütenmerkmale auf spezifische Weise

29.07.2025 | 17:21 (UTC -3)
Foto: Simone Barbaresco
Foto: Simone Barbaresco

Blattlausbefall Brachycaudus lychnidis em Silene latifolia beeinträchtigen die Attraktivität weiblicher Blüten für nächtliche Bestäuber, haben jedoch keinen Einfluss auf männliche Blüten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern der Universität Kiel, die die Auswirkungen von Herbivorie auf visuelle und chemische Blütenmerkmale sowie das Bestäuberverhalten untersuchte. Hadena bicruris.

Bei weiblichen Pflanzen, die von Blattläusen befallen waren, kam es zu einem stärkeren Rückgang der Anzahl geöffneter Blüten und der gesamten Blütenbiomasse. Weibliche Blüten emittierten zudem geringere Mengen flüchtiger Verbindungen, die mit der Anziehung von Bestäubern in Verbindung gebracht werden, wie Benzaldehyd und Fliederaldehyd. Diese Veränderungen traten bei männlichen Blüten nicht auf, die vor und nach dem Befall eine ähnliche Attraktivität behielten.

Verhaltenstests zeigten, dass weibliche Motten H. bicruris Die Pflanzen bevorzugten deutlich nicht befallene Blüten im Vergleich zu befallenen weiblichen Blüten. Eine solche Präferenz für männliche Blüten war nicht festzustellen. Darüber hinaus produzierten weibliche Blüten auch bei Befall ein größeres Nektarvolumen und eine größere Vielfalt potenziell bioaktiver Metabolite, was auf einen möglichen Kompensationsmechanismus hindeutet.

Forscher identifizierten 41 flüchtige Verbindungen in Blüten und mehr als 4.300 Metaboliten im Nektar. Dies ist die erste detaillierte Charakterisierung des chemischen Profils von Nektar in S. latifoliaDie Infektion veränderte das chemische Profil des Nektars bei beiden Geschlechtern unterschiedlich, was auf spezifische Abwehrstrategien schließen lässt.

Obwohl die Blattlausbelastung bei weiblichen und männlichen Pflanzen ähnlich war, wiesen nur die weiblichen Pflanzen einen signifikanten Rückgang der Blütenattraktivität auf. Dieses Muster widerspricht der traditionellen Theorie der sexuellen Selektion, die ein stärkeres Engagement männlicher Pflanzen in deren Attraktivität vorhersagt.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Herbivoriedruck die Evolution floraler Merkmale bei zweihäusigen Arten unterschiedlich beeinflussen kann. Die Studie unterstreicht die Bedeutung der Berücksichtigung dreigliedriger Interaktionen zwischen Pflanzen, Bestäubern und Herbivoren sowohl im natürlichen als auch im landwirtschaftlichen Kontext.

Weitere Informationen unter doi.org/10.1101/2025.07.22.666187

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