Bei der Erdbeerernte muss auf Wurzelläuse geachtet werden, sagt Sindiveg.

Die brasilianische Produktion dürfte 200 Tonnen erreichen, allerdings stellen Wetterbedingungen und Schädlinge Herausforderungen für den Anbau dar.

04.05.2026 | 15:25 (UTC -3)
Wellington Torres

Laut einer Studie des brasilianischen Instituts für Geographie und Statistik (IBGE) wird der Erdbeeranbau in Brasilien seinen Wachstumskurs voraussichtlich auch 2026 fortsetzen. Die nationale Produktion wird auf rund 200 Tonnen geschätzt. Der Anstieg um 2,6 % gegenüber dem Vorjahr spiegelt kontinuierliche Produktivitätssteigerungen und größere technologische Fortschritte wider, insbesondere in traditionellen Anbaugebieten wie Minas Gerais, São Paulo und Rio Grande do Sul.

Trotz dieser positiven Entwicklung steht der Anbau weiterhin vor erheblichen Herausforderungen, insbesondere im Zusammenhang mit den Wetterbedingungen. Ungewöhnliche Hitzewellen haben die Pflanzenentwicklung und den Produktionskalender beeinträchtigt. In einigen Anbauregionen Brasiliens erfolgt die Erdbeerpflanzung üblicherweise zwischen Mitte April und Ende Mai – ein Zeitraum, der als ideal für eine gute Wurzelentwicklung und ein gesundes Pflanzenwachstum gilt. Wetterbedingte Abweichungen von diesem Muster können den Ernteertrag mindern.

In diesem Zusammenhang bleibt das Pflanzenschutzmanagement trotz technologischer und produktiver Fortschritte ein entscheidender Faktor für die Nachhaltigkeit des Anbaus. Zu den Hauptbedrohungen zählt die Wurzellaus (Rhopalosiphum rufiabdominaleDer Schädling gilt als schwer zu bekämpfen, da er unterirdisch lebt und oft erst spät erkannt wird. Das Insekt saugt den Pflanzensaft aus den Wurzeln, was zu Vergilbung, verminderter Wuchskraft und Kümmerwuchs führt und in schweren Fällen zum Absterben der Pflanzen führen kann. Der Befall tritt in Trockenperioden besonders aggressiv auf, wenn die Felder ohnehin schon unter Wassermangel leiden.

Die Insektenpopulation besteht überwiegend aus Weibchen. Sowohl Jungtiere als auch ausgewachsene Exemplare saugen ununterbrochen Pflanzensaft und injizieren Toxine, was die Wurzelschäden verstärkt und das Pflanzenwachstum beeinträchtigt. Fábio Kagi, Leiter der Abteilung für regulatorische Angelegenheiten beim Nationalen Verband der Pflanzenschutzmittelindustrie (Sindiveg), betont, dass die Wurzellaus neben den Schäden durch das Saugen von Pflanzensaft auch als Überträger des Erdbeermosaikvirus fungiert und dadurch die Produktionsverluste erheblich erhöht.

„Die Schädlingsbekämpfung erfordert eine integrierte Strategie, die den Einsatz natürlicher Feinde mit einer ausgewogenen Bodennährstoffversorgung kombiniert und einen Stickstoffüberschuss vermeidet, da dieser den Befall begünstigt. Der Einsatz von Chemikalien muss gezielt und auf Basis von Monitoring erfolgen. Insektizide sollten während der Fruchtbildung und Ernte eingesetzt werden, während andere Pflanzenschutzmittel zu verschiedenen Zeitpunkten des Zyklus angewendet werden können, sofern die technischen Empfehlungen und der entsprechende Zeitraum eingehalten werden“, erklärt der Experte.

Wie Kagi betont, ist der Fortschritt im Erdbeeranbau in Brasilien direkt mit der Anwendung guter Anbaumethoden verknüpft. Daher ist es unerlässlich, dass die Erzeuger auf den korrekten und sicheren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln achten. „Steigerte Produktivität erfordert eine effiziente Pflanzenschutzkontrolle. Kontinuierliche Überwachung und der integrierte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sind grundlegend, um Verluste zu vermeiden und die Produktqualität zu sichern“, so sein Fazit.

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