Agrarmarkt - 27. August 2025

Mangelnde chinesische Käufe in den USA setzen die Preise unter Druck

27.08.2025 | 19:00 (UTC -3)
Vlamir Brandalizze - @brandalizzeconsulting

Die Sojaernte in den USA verläuft weiterhin normal. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) berichtet, dass 89 % der Pflanzen Hülsen bilden und 4 % reif sind. Die Qualität hat sich leicht verbessert. Heute sind 69 % der Pflanzen gut oder ausgezeichnet, verglichen mit 68 % in der Vorwoche. Die Ernte wird voraussichtlich in den nächsten zwei Wochen beginnen.

Der Chicagoer Markt hat sich nach den jüngsten Kursgewinnen abgeschwächt. Der September-Spot-Kontrakt notiert unter 10,5 Prozent. Future-Positionen, wie beispielsweise für Juli 2026, liegen bei rund 11 Prozent. Der Mangel an chinesischen Käufen in den USA übt Druck auf die Preise aus. China kauft weiterhin Sojabohnen aus Brasilien und behält sein starkes Exporttempo bei.

Brasilien hat bereits mehr als 122,5 Millionen Tonnen der aktuellen Sojaernte gehandelt, die auf 170 Millionen geschätzt wird. Etwa 47,5 Millionen Tonnen befinden sich noch in den Händen der Produzenten. Von der neuen Ernte wurden bisher nur 18 Prozent gehandelt, deutlich weniger als der historische Durchschnitt von 25 Prozent.

Die brasilianischen Sojaexporte beliefen sich in den ersten drei Augustwochen auf 7,25 Millionen Tonnen. Bis 2024 hat die Gesamtmenge bereits 84,5 Millionen Tonnen erreicht – ein neuer Rekord. Auch Sojaschrot erreichte mit 15,9 Millionen Tonnen einen Rekord. Der Sojakomplex hat im Jahr 101,7 2024 Millionen Tonnen verschifft. Der Umsatz in den ersten drei Augustwochen betrug 3,72 Milliarden US-Dollar, was 20,2 Milliarden Real entspricht.

Maissituation

Bei Mais haben 83 % der amerikanischen Ernten Kolben gebildet, 7 % sind reif. Die Qualität ist besser als im Jahr 2024: 71 % der Ernten werden als gut oder ausgezeichnet bewertet. Die Produktion könnte sich den vom USDA prognostizierten 426,4 Millionen Tonnen nähern.

Trotz des hohen Angebots bleibt der weltweite Maisverbrauch stabil. Dies stützt die zukünftigen Preise. Der September-Kontrakt liegt bei knapp 3,90 US-Dollar, der Juli-Kontrakt 2026 bei knapp 4,50 US-Dollar. In Brasilien liegt die Nachernte bei 97 %. Die geschätzte Produktion liegt bei 110 Millionen Tonnen. Gehandelt wurden bisher nur 56 bis 57 Millionen Tonnen.

Die Maisexporte nahmen im August Fahrt auf. 4,96 Millionen Tonnen wurden bereits verschifft. Im Jahr 2024 werden es insgesamt 13,9 Millionen Tonnen sein, nach 16,5 Millionen im Vorjahr. Der Umsatz im August erreichte 1,01 Milliarden US-Dollar, was 5,5 Milliarden Real entspricht.

Weizensituation

Der Weizenmarkt bleibt stabil. Die US-Sommerweizenernte hat 53 % erreicht. Die Qualität hat abgenommen: Nur 49 % der Ernten sind gut oder ausgezeichnet, verglichen mit 69 % im Jahr 2024. In Brasilien schreitet die Ernte gut voran, mit den ersten Ernten in Paraná. Die Inlandspreise liegen zwischen 1.280 und 1.500 R$ pro Tonne.

Reissituation

Der Reismarkt erlebt einen schwachen Markt. Die Preise fielen letzte Woche um bis zu 3 Prozent. Trotz der größeren Ernte haben die Exporte noch nicht an Fahrt gewonnen. Im August wurden 54,6 Tonnen Rohreis und 85,1 Tonnen geschälter Reis verschifft. Die Preise in Rio Grande do Sul liegen weiterhin zwischen 62 und 73 Real.

Bohnensituation

Bohnen sind günstig. Die dritte Ernte wird gerade eingebracht, und die Anbaufläche schrumpft. Im Süden wird bereits die erste Ernte gepflanzt. Der Markt erwartet ab September eine Preiserholung. Noble Carioca-Bohnen kosten 205 bis 250 Real. Die Regierung hat Unterstützung durch den PEP (National Plan for the Advancement of the Environment) angekündigt, doch die Mittel sind begrenzt.

Baumwollsituation

81 % der amerikanischen Baumwollernten produzieren Kapseln von unterdurchschnittlicher Qualität. In Brasilien zeugt die Ernte von ausgezeichneter Produktqualität. Die Exporte nehmen langsam Fahrt auf.

Sorghum-Situation

Auch der Sorghumanbau macht Fortschritte. In den USA sind 88 % der Pflanzen bereits reif und 16 % geerntet. Die Produktion dürfte 10,6 Millionen Tonnen erreichen. In Brasilien ist die Ernte zu über 95 % abgeschlossen, mit dem Potenzial für einen Rekordertrag von 6 Millionen Tonnen. Die Nachfrage nach Futtermitteln, Ethanol und Exporten steigt.

von Vlamir Brandalizze - @brandalizzeconsulting

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