Exklusive Probefahrt mit dem Fendt 832 Vario Gen5 Traktor.

Dieser Traktor kommt auf den brasilianischen Markt, um die technologische Messlatte für Traktoren höher zu legen und die fortschrittlichsten Funktionen aus seinen Ursprungsländern mitzubringen.

09.03.2026 | 08:00 (UTC -3)

Seit 2003 führt die Partnerschaft zwischen dem Magazin Cultivar Máquinas und dem Agrotechnologie-Labor der UFSM Feldversuche mit verschiedenen Landmaschinen durch und hat dabei über 150 Tests erreicht. Anlässlich dieses beeindruckenden Meilensteins steht ein weiterer Testlauf auf dem brasilianischen Traktorenmarkt an. Das Team kehrt für eine weitere Testfahrt zur Fazenda Recanto in der Gemeinde Sidrolândia im Bundesstaat Mato Grosso do Sul zurück. Die Fazenda Recanto mit ihren über 5.700 Hektar Anbaufläche gilt als Vorbild für qualitativ hochwertige mechanisierte Landwirtschaft. Dort trafen wir auf den Fendt 832 Vario Gen5 Traktor, der mit einer Fendt Momentum 22 Sämaschine gekoppelt war und uns zur Verfügung stand, um seine Eigenschaften im Feldeinsatz zu testen.

Dieser Traktor, der auf der Expodireto 2026 in Não-Me-Toque, Rio Grande do Sul, vorgestellt wurde, ist ein weiterer Fendt-Traktor, der das Portfolio der Marke in Rio Grande do Sul vervollständigt. Fendt bietet nun Traktoren ab 262 PS (zwei Modelle der 700er-Serie), ab 300 PS (zwei Modelle der 800er-Serie) und bis über 400 PS (sechs Modelle der 900er-, 1000er- und 1100MT-Serie) an.

Dieser Traktor wird als Direktimport aus Deutschland auf den brasilianischen Markt gebracht. Er wurde jedoch vom Fendt-Team in Brasilien vollständig für die brasilianische Landwirtschaft konfiguriert und wird daher Feldtests und Validierungen unterzogen. Zudem werden die optionalen Ausstattungsmerkmale ausgewählt, die dem brasilianischen Markt angeboten werden sollen. Seit September 2025 ist er im praktischen Einsatz und wird von verschiedenen Unternehmensbereichen begleitet.

Es handelt sich um eine globale Konfiguration von Fendt, die der 700 Vario-Familie stark ähnelt und Merkmale aufweist, die auf eine Kombination der größeren und kleineren Modelle der Marke hindeuten, wobei bewährte Technologien beider Baureihen zum Einsatz kommen. In Brasilien werden zunächst die Vario-Modelle 829 und 832 eingeführt und vorzugsweise in Kombination mit der Momentum-Sämaschine angeboten.

Die Anwesenheit von Fendt-Spezialist João Toledo, Marketingkoordinator für Fendt-Traktoren, und des Traktorenführers José Agnaldo Orlandi, genannt Bolinha, war für den Erfolg unseres Tests unerlässlich. Die beiden arbeiteten unermüdlich daran, uns die Vorzüge der Fendt 800er-Serie innerhalb nur eines Arbeitstages zu demonstrieren.

Zunächst vermuteten wir, dass Bolinha uns wegen der blitzsauberen Kabine nicht am Traktor arbeiten lassen würde. Doch schon bald erzählte er uns etwas über seine Lebensgeschichte und wie er auf der Fazenda Recanto angefangen hatte. José Agnaldo, der einen technischen Hintergrund hat, erklärte, dass er die Arbeit und die Methoden des Hofes seit seiner Ankunft bewundert habe.

Das von uns getestete Modell 832 Vario Gen5 zog eine 22-reihige Momentum-Sämaschine.
Das von uns getestete Modell 832 Vario Gen5 zog eine 22-reihige Momentum-Sämaschine.  

Der Test bestand darin, die Leistung der Fendt-832-Sämlingssorte bei der Aussaat von Sojabohnen auf einer mit Brachiaria-Gras bewachsenen und etwa 15 Tage zuvor abgetrockneten Fläche zu untersuchen. Diese Maßnahme war Teil eines Versuchs von Zulieferern zur Erprobung neuer Sorten. Die angestrebte Bestandsdichte betrug 185 Pflanzen pro Hektar bei einem Reihenabstand von 50 cm. Solche Versuche sind üblich, da neue Materialien stets auf hohe Produktivität getestet werden.

Während der Arbeiten stellten wir fest, dass die 22 Reihen des Momentum nur geringe Anforderungen an den Testtraktor stellten und dass die zukünftigen Kunden dieses Traktors vielleicht genau diejenigen sein werden, die einen Traktor mit rund 230 bis 250 PS und einer 20-reihigen Sämaschine besitzen und ihre Arbeitskapazität mit einer Maschine mit 22 bis 30 Reihen erhöhen möchten.

Motorisierung

Der Motor dieses neuen Modells ist der AGCO Power CORE80, ein Sechszylinder-Achtliter-Motor mit vier Ventilen pro Zylinder und einem VTG-Turbolader mit variabler Geometrie. Dieser Motor genießt in Europa hohes Ansehen.

Zwei interessante Merkmale stechen hervor: Erstens entfällt bei dieser neuen Motorengeneration die Ventileinstellung, da sie mit hydraulischen Stößeln ausgestattet ist, die sich automatisch regulieren. Zweitens beträgt das Motorölwechselintervall 500 Stunden, basierend auf dem Ölvolumen von 31,5 Litern im Kurbelgehäuse. Ein weiteres modernes Merkmal der 800er-Serie ist die Kompatibilität und die Garantie, dass die Motoren für den Einsatz mit HVO (Wasserstoffdioxid) vorbereitet sind, dem Kraftstoff der Zukunft.

Der Motor dieses neuen Modells ist der AGCO Power CORE80, ein Sechszylinder-Motor mit 8 Litern Hubraum und vier Ventilen pro Zylinder, ausgestattet mit einem VTG-Turbolader mit variabler Geometrie. Der Kühlerlüfter verfügt über einen reversiblen Propeller, der Ablagerungen im System entfernt. Auch der Luftfilter besitzt ein solches automatisches Reinigungssystem.
Der Motor dieses neuen Modells ist der AGCO Power CORE80, ein Sechszylinder-Motor mit 8 Litern Hubraum und vier Ventilen pro Zylinder, ausgestattet mit einem VTG-Turbolader mit variabler Geometrie. Der Kühlerlüfter verfügt über einen reversiblen Propeller, der Ablagerungen im System entfernt. Auch der Luftfilter besitzt ein solches automatisches Reinigungssystem.

Es handelt sich um einen Motor der neuen Generation mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung, der für niedrige Drehzahlen ausgelegt ist und so den Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemissionen reduziert. Trotzdem beträgt die Nennleistung 320 PS bzw. 235 kW und kann mit dem Fendt Dynamic Performance (DP)-System auf 343 PS ansteigen, da dieses den Verbrauch von Nebenverbrauchern ausgleicht. Das bedeutet zusätzliche 23 PS Dauerleistung für den Nebenbedarf. Der Hersteller betont, dass sich dieses System von einem herkömmlichen Boost-System unterscheidet, das deutlich spontaner reagiert. Das Fendt-System hält hingegen zusätzliche Leistung bereit, um Nebenverbraucher wie den Wendepropeller, den Luftkompressor, den Klimakompressor und die Lichtmaschine zu versorgen, ohne die Leistung für Hauptverbraucher wie Traktion und/oder Hydraulik zu reduzieren.

Die maximale Leistung wird bei 1.700 U/min erreicht und liegt damit deutlich niedriger als bei anderen Motoren, die ihre Nennleistung erst bei über 2.000 U/min erzielen. Das Drehmoment von ca. 1.680 Nm ist zwischen 1.150 und 1.450 U/min konstant. Dieser Motor wird in allen Modellen der 800er-Serie mit unterschiedlichen Leistungsstufen eingesetzt.

Während des Tests stellten wir fest, dass die Rotation auch unter der gegebenen Traktorlast innerhalb des konstanten maximalen Drehmomentbereichs stabil blieb und somit ein maximaler Kraftstoffverbrauch erzielt wurde. Bei diesen modernen Traktoren lässt sich die Zugkraftbelastung durch Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit reduzieren. In Situationen wie unserem Test kommt dabei die pneumatische Saatgutverteilung zum Einsatz. So werden ein maximaler Kraftstoffverbrauch pro Hektar und eine höhere Arbeitsleistung in Hektar pro Stunde erreicht.

Das Kühlsystem dieses Traktors verfügt über einen hydraulisch angetriebenen Lüfter, der vor den Kühlern angeordnet ist und konzentrisch angeordnet ist – das sogenannte Concentric Air System (CAS). Die Kühler sind von vorne nach hinten für Klimaanlage, Hydrauliköl, Ladeluftkühler, Getriebe und schließlich das Motorkühlmittel positioniert. Ein wichtiges Merkmal dieses Modells ist die automatische Umkehrfunktion des Kühlerlüfters. Diese entfernt Schmutz vom Frontgrill des Traktors, durch den die Luft für die Kühler angesaugt wird. Dadurch entfallen Reinigungsstopps während des Betriebs, und der Luftstrom zum Kühlsystem wird verbessert. Dieser Traktor ist außerdem mit einem exklusiven Selbstreinigungssystem für den Motorluftfilter ausgestattet. Dieses System überwacht den Verschmutzungsgrad des Luftfilters während des Betriebs. Bei einem Luftstromverlust im Ansaugtrakt werden automatisch zwei Luftstrahlen in den Motorluftfilter geleitet, ohne dass der Traktor angehalten werden muss oder ein Eingriff des Fahrers erforderlich ist. Ein weiteres exklusives System dieser neuen Traktorenserie ist die passive Kabinenluftfilterreinigung. Dabei wird durch ein Unterdrucksystem grober Staub abgesaugt.

Übertragung

Hinsichtlich der Kraft- und Drehmomentübertragung kam beim 800er-Modell das VarioDrive ML250 zum Einsatz. Dieses Getriebe, das sich seit der Markteinführung der ersten Version im Jahr 1995 bewährt hat, ist ein Planetengetriebe mit einem mechanischen Planetenradsatz (mechanischer Teil) und einem weiteren mit hydraulisch verstellbaren Kolbenmotoren. Das hydrostatische System arbeitet im unteren Drehzahlbereich und geht bei höheren Drehzahlen und unter größerer Last in den mechanischen Teil über. Das VarioDrive-Getriebe zeichnet sich durch seine einzigartige Konfiguration aus: Jede Achse verfügt über einen eigenen Hydraulikmotor, eine separate Kupplung für die Vorderachse und eine weitere für den Allradantrieb, die beide Achsen automatisch zuschaltet.

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 40 km/h, optional sind jedoch auch 50 km/h und 60 km/h möglich, wie sie in Europa häufig genutzt werden. Dieses Getriebe verfügt unter anderem über ein intelligentes Drehmomentverteilungssystem zwischen Vorder- und Hinterachse mittels eines proportionalen hydraulischen Betätigungsmechanismus.

Das VarioDrive-Getriebe zeichnet sich durch eine einzigartige Konfiguration aus, mit einem Hydraulikmotor für jede Achse und einer separaten Kupplung für die Vorderachse und den Allradantrieb.
Das VarioDrive-Getriebe zeichnet sich durch eine einzigartige Konfiguration aus, mit einem Hydraulikmotor für jede Achse und einer separaten Kupplung für die Vorderachse und den Allradantrieb.

In der Praxis zeigt sich hier der technologische Vorteil dieses Systems. Im Automatikmodus wählen Sie einfach die gewünschte Fahrgeschwindigkeit. Die Software integriert dann Motor und Getriebe und wählt automatisch die Motordrehzahl und das Übersetzungsverhältnis (nicht den Gang, da das System stufenlos regelt). Im Test bedienten wir den Multifunktionshebel (Joystick) bei Geschwindigkeiten zwischen 6 km/h und 7 km/h. Unter diesen Bedingungen und im Automatikmodus ermittelten wir durchschnittliche Daten, wie beispielsweise einen Kraftstoffverbrauch von 29,3 l/h bei einer Fahrstrecke von ca. 7,5 ha/h, was einem effektiven Verbrauch von rund 3,9 l/ha entspricht.

Das von uns getestete Modell war mit Zwillingsbereifung an Vorder- und Hinterachse ausgestattet, mit Reifen der Dimension 480/70-R34 (vorn) und 710/70-R42 (hinten), beide von Trelleborg. Das VarioGrip-System, das den Reifendruck automatisch regelt, ist in dieser Baureihe verfügbar, sofern die Traktorversion über eine Flanschachse verfügt, selbst bei Zwillingsbereifung. In diesem System versorgt ein wassergekühlter Luftkompressor die Reifen mit Luft, um den Reifendruck zu steuern. Durch das Befüllen und Entleeren des Reifens werden Traktion, Stabilität und Fahrkomfort je nach Einsatzbedingungen und Geländeart optimiert. Ein weiterer Vorteil des Systems ist die Optimierung des Reifendrucks: Er wird so niedrig wie möglich gehalten, um die Aufstandsfläche zu vergrößern und die Bodenverdichtung zu reduzieren.

Für den Antrieb externer Antriebsmaschinen bietet dieses Modell eine innovative Zapfwelle (PTO) mit nur einem Zwischenzahnradpaar, was zu minimalen Leistungsverlusten führt. Die Heckzapfwelle verfügt über vier Standarddrehzahlen (540 und 1.000 U/min) sowie Sparversionen (PTOe) für beide Drehzahlen. Neu ist auch die optionale Frontzapfwelle.

Hydrauliksystem

Das hydraulische Dreipunkt-Anbausystem mit Schnellkupplung ist serienmäßig. Die externe Steuerung befindet sich an den beiden hinteren Kotflügeln und ermöglicht die Bedienung der Zapfwelle, der VCRs und die Bewegung des Dreipunktaufhängungsarms. Die Hubkraft beträgt 10.500 kgf an den Aufhängungspunkten und kann im Doppelwirkungsmodus genutzt werden, d. h. zum Heben oder Senken. Hierfür ist ein Lastentlastungssystem integriert, das die Krafteinwirkung an die Bodenbeschaffenheit anpasst.

Die Bedienelemente des externen Hydrauliksystems befinden sich an den beiden hinteren Kotflügeln. Die Hubkraft beträgt 10.500 kgf an den Befestigungspunkten und kann im Doppelhubbetrieb zum Heben oder Senken genutzt werden.
Die Bedienelemente des externen Hydrauliksystems befinden sich an den beiden hinteren Kotflügeln. Die Hubkraft beträgt 10.500 kgf an den Befestigungspunkten und kann im Doppelhubbetrieb zum Heben oder Senken genutzt werden.

Ebenfalls innovativ für den Markt und diese Leistungsklasse ist das optionale Dreipunkt-Hydrauliksystem an der Front, das in Brasilien bei Traktoren mit Frontanbaugeräten zur Serienausstattung gehört. Es wird extern betätigt und ist unabhängig von der Heckhydraulik. Die Hubkraft beträgt 5.300 kgf an den Schnellwechselpunkten. Die Lastverteilung, die an der Fronthydraulik stärker ausgeprägt ist als an der Heckhydraulik, passt sich allen Geländebedingungen an, bei denen das Frontanbaugerät dem Untergrund folgen muss, wie z. B. Unebenheiten, Terrassen und Senken.

Zwei in Reihe geschaltete Hydraulikpumpen, die zusammen eine Fördermenge von 385 l/min erreichen, und ein externer Ölkühler gleichen kurzzeitige Druckschwankungen beim Anschluss mehrerer Verbraucher sowie Schwankungen im Energieverbrauch aus. Die beiden Pumpen können gemeinsam oder unabhängig voneinander arbeiten. Das heißt, in Geräten mit mehreren Hydraulikfunktionen kann jede Pumpe für eine andere Funktion konfiguriert werden. Beispielsweise treibt eine Pumpe Hydraulikturbinen an, während die andere für Leitungsdruck und Hubkraft sorgt, wie etwa bei einer pneumatischen Sämaschine.

Technologie

Über die Technologie in Fendt-Traktoren zu sprechen, ist eigentlich überflüssig, aber dieses Modell überrascht in vielerlei Hinsicht und verdient daher Erwähnung. Da wäre zunächst der selbstreinigende Filter mit seinem reversiblen Propeller.

Das bereits von anderen Modellen bekannte Vorderachssystem entspricht dem in anderen Fendt-Modellen verwendeten und ist sowohl im Federweg als auch in der Aktion vollständig steuerbar. Dieses System, Fendt Stability Control genannt, integriert die aktive Vorderachsfederung in die Geschwindigkeit des Traktors und sorgt so für mehr Komfort und Sicherheit im Betrieb.

Wie bei einem Traktor dieser Klasse und Motorleistung zu erwarten, kommt zur Reduzierung der Motoremissionen das System zur katalytischen Reduktion (SCR) zum Einsatz, das AdBlue (DEF) als Katalysator nutzt. Dieses Abgasnachbehandlungssystem umfasst einen Kraftstoffoxidationskatalysator, einen Partikelfilter und die Einspritzstelle für die Katalysatorlösung. Erfahrungsgemäß werden Emissionen, insbesondere NOx, bei Motoren mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung bereits durch den Einsatz des Common-Rail-Systems und elektronisch gesteuerter Einspritzdüsen reduziert. Mit dem SCR-System wird die Reduzierung jedoch nochmals verstärkt und erreicht die Abgasnormen Tier 4 (Nordamerika) und Stufe 5 (Europa).

Das FendtONE-Konzept ist mehr als nur eine Fahrerkabine mit Bedienelementen und Befehlen auf einer Seitenkonsole. Es ist eine umfassende Vision für maximale Leistung bei gleichzeitig höchstem Bedienkomfort. Es umfasst neue Monitore, eine Seitenkonsole mit Armlehne und Multifunktionshebel sowie programmierbare Schalter, die auf die individuellen Vorlieben und das Profil des Fahrers abgestimmt sind. Darüber hinaus ermöglicht das Design einen einfachen Zugriff auf Bedienelemente und Funktionsänderungen, wie beispielsweise einen benutzerfreundlichen Autopiloten, die Fahrwegsteuerung und spezifische Elemente wie Konturlinien, Neigungskompensation, automatische Lastregelung und die Vernetzung mit anderen Maschinen und zentralen Stationen.

Kabine mit modernster Technologie und hohem Komfort.

Dieser Traktor besticht einmal mehr durch seine Kabine, die neu ist und einer neuen Generation angehört. Schon beim Einstieg fällt auf, dass die X6-Kabine über eine breitere Tür verfügt, die über eine vierstufige Leiter zugänglich ist. Die Kabinenkonstruktion ist bei dem von uns getesteten Modell und der entsprechenden Ausführung vollständig an drei Punkten luftgefedert.

Als wir die Gelegenheit hatten, den Traktor zu bedienen, konnten wir die Qualität des Isriti-Sitzes mit seiner pneumatischen Federung, Lordosenstütze und Heizung, dem Stoffbezug und der verstellbaren Rückenlehne sowie den geräumigen Beifahrersitz mit Rückenlehne links neben dem Hauptsitz bemerken, der sich in der geschlossenen Position in eine Arbeitsfläche verwandeln lässt.

Vom Fahrerplatz aus sind vier Monitore leicht zugänglich: Der erste dient der Traktorsteuerung und der Autopilot-Funktion; der zweite, exklusiv für die Momentum-Sämaschine (der 20-20-Monitor), steuert die Ausbringung der Betriebsmittel; der Fendt-Monitor ist für die operative Steuerung des Sävorgangs konfiguriert; und ein vierter Monitor hinter dem Lenkrad liefert Informationen zu Traktorbetriebsparametern wie Motordrehzahl, Fahrgeschwindigkeit, Öltemperatur und -druck sowie Außentemperatur. Alle Daten sind übersichtlich dargestellt und einfach zu bedienen. Besonders praktisch: Die Tasten der Bedienelemente sind austauschbar, sodass der Fahrer ihnen je nach Bedarf Aufgaben zuweisen kann.

Die Kabine des 800 Vario Gen5 bietet einen Fahrerstand mit vier Monitoren, einen pneumatischen Sitz und eine Konsole, die alle Traktorfunktionen integriert – ein wahres Fest für die Sinne in puncto Technologie und Komfort.
Die Kabine des 800 Vario Gen5 bietet einen Fahrerstand mit vier Monitoren, einen pneumatischen Sitz und eine Konsole, die alle Traktorfunktionen integriert – ein wahres Fest für die Sinne in puncto Technologie und Komfort.

Bei der von uns getesteten Version fielen die Rückspiegel besonders auf. Neben der geteilten Bauweise mit einem Bereich für normale Sicht und dem anderen für Weitwinkelsicht verfügte diese Version über elektrische Verstellung und Heizung. Zusätzlich zu diesen Rückspiegelfunktionen ist das Modell mit integrierten und unauffälligen Front- und Rückfahrkameras ausgestattet. Apropos Temperaturregelung: Neben einer hervorragenden digitalen Klimaanlage und mehreren Lüftungsdüsen befand sich rechts neben dem Fahrersitz ein 12-Liter-Kühlschrank für zusätzlichen Komfort.

Am Ende des Tages und mit Einbruch der Dunkelheit konnten wir uns von der Qualität der Innen- und Außenbeleuchtung überzeugen, die unter dem Namen UltraVision bekannt ist – ein 360°-Beleuchtungskonzept. Hinzu kommt die spezielle Groundvision-Beleuchtung für Bereiche, die der Fahrer im Blick behalten muss, wie beispielsweise die Deichsel und die Kotflügel. Dieser Traktor ist bestens für lange Nachtschichten gerüstet.

Zusätzlich zum herkömmlichen Scheibenwischer bietet die 800er-Serie einen Seitenscheibenwischer für die Kabine mit Waschfunktion zur Verbesserung der Sicht auf Boden und Ausrüstung.

Die meisten Bedienelemente befinden sich weiterhin am Multifunktionshebel vor der Mittelkonsole, während sich Fahrtrichtungsumkehr und Neutralstellung an der Lenksäule befinden. Der Fendt Guide Tempomat ist besonders einfach zu konfigurieren und verfügt über TI Headland, das das Vorgewendemanöver automatisiert.

Die vollständig in die Kabine integrierte Überrollschutzstruktur (ROPS) wurde verstärkt und ihre Überrollfestigkeit erhöht.

Abmessungen und Gewicht

Einige Merkmale des Fendt 832 sind beeindruckend. Der von uns getestete Traktor wog insgesamt 17.100 kgf, mit einer statischen Gewichtsverteilung von 42 % auf der Vorderachse und 58 % auf der Hinterachse. Er befindet sich in einem idealen Zustand für maximale mechanische Effizienz. Um dies zu erreichen, wurde er mit einem 1.800 kgf schweren Metallballast ausgestattet, der am Dreipunktaufhängungssystem befestigt ist.

Obwohl die Verwendung von Zwillingsreifen an der Vorderachse in Europa nicht üblich ist, wird in Brasilien die maximale Leistungsfähigkeit durch Zwillingsreifen an beiden Achsen und mit Flüssigkeitsballast in den Reifen erreicht.

Das Leistungsgewicht beträgt unbeladen 29 kgf/PS, bei einem durchschnittlichen Transportgewicht von 9.900 kg und ca. 55 kgf/PS, mit einem maximal zulässigen Gewicht von 17.500 kgf. Mit den nach Brasilien gebrachten und bereits vom technischen Team von Fendt vor Ort getesteten Konfigurationen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Ballastierung beim geplanten Aufbau korrekt erfolgt.

Das Modell verfügt über UltraVision-Beleuchtung, ein 360°-Konzept, und Groundvision-Beleuchtung für Bereiche, die vom Bediener beobachtet werden müssen, wie z. B. die Deichsel und die Kotflügel.
Das Modell verfügt über UltraVision-Beleuchtung, ein 360°-Konzept, und Groundvision-Beleuchtung für Bereiche, die vom Bediener beobachtet werden müssen, wie z. B. die Deichsel und die Kotflügel.

Der Kraftstofftank fasst 540 Liter Diesel und befindet sich mittig zwischen den Achsen des Traktors auf der linken Seite. Daneben ist der 65-Liter-AdBlue-Tank mit seinen beiden nebeneinanderliegenden und deutlich gekennzeichneten Zapfpistolen angebracht.

Die Gesamtabmessungen betragen 5.650 mm Länge, 650 mm Bodenfreiheit und 3.020 mm Radstand. Laut Angaben des Fendt-Teams liegt der Wendekreis bei 11,35 m.

abschließende Gedanken

Um alle Funktionen, Bedienelemente und Merkmale der Fendt 800er-Serie vollständig zu verstehen, ist es notwendig, wie wir es getan haben, mehr als einen Tag dafür einzuplanen. Es handelt sich um einen Traktor mit vielen neuen Funktionen, und einige innovative Geräte erfordern etwas Einarbeitungszeit.

Es fällt auf, dass einige Unternehmen, darunter Fendt, globale Modelle auf den brasilianischen Markt bringen, die mit den in ihren Ursprungsländern verkauften Modellen identisch sind. Der Fendt 832 Vario Gen5 ist ein Beispiel dafür. Dies belebt den nationalen Markt und scheint ein natürlicher Trend zu sein, der das technologische Niveau von Traktoren, insbesondere der großen Marken, sicherlich anheben wird.

Die Testfahrt mit dem 832 Vario Gen5 wurde auf der Fazenda Recanto in Sidrolândia (MS) durchgeführt.
Die Testfahrt mit dem 832 Vario Gen5 wurde auf der Fazenda Recanto in Sidrolândia (MS) durchgeführt.  

Mit dieser Maßnahme führen die Hersteller neue Technologien und Innovationen ein, die es bisher auf dem nationalen Markt nicht gab. Die Betreiber müssen daher über entsprechende Kenntnisse und Schulungen verfügen, um diese Vorteile nutzen zu können.

Wir vom Cultivar Magazine und UFSM hatten bereits mehrfach die Gelegenheit, diese neue Traktorengeneration zu testen. Im Vergleich zu einem Traktor wie dem in diesem Test wird jedoch deutlich, dass andere Marken technologisch hinterherhinken.

José Fernando Schlosser,
Labor für Agrartechnologie
Nema/UFSM

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