Compliance für mehr Wettbewerbsfähigkeit in der Agrarwirtschaft

Von Vanessa Lima Nascimento; Rechtsanwalt und Compliance-Spezialist bei Martinelli Advogados

02.03.2022 | 14:40 (UTC -3)
Vanessa Lima Nascimento
Vanessa Lima Nascimento

Die Einführung guter Governance-, Sozial- und Umweltpraktiken ist für Unternehmen die grüne Karte für den Verkauf ihrer Produkte und Dienstleistungen. Durch ein Compliance-Programm, eine Reihe interner Richtlinien und Verfahren, die ein Unternehmen einführt, um die Einhaltung gesetzlicher und behördlicher Standards sowie etablierter Richtlinien und Leitlinien sicherzustellen, beginnt die Agrarindustrie, ihren Ruf in anspruchsvolleren Märkten zu verbessern.

In Brasilien beispielsweise verlieh das Landwirtschaftsministerium am 23. das Mapa-Integritätssiegel (Mehr Integrität), eine Anerkennung, die darauf abzielt, gute Integritäts- und Nachhaltigkeitspraktiken in Organisationen des Sektors hervorzuheben. 17 Unternehmen aus dem ganzen Land erhielten die Zertifizierung, zwei davon wurden von Martinelli Advogados beraten – Bem Brasil aus Araxá (MG) und Rivelli aus Barbacena (MG). Das Engagement der Branche in Compliance-Initiativen zeigt, dass die Vorteile und Chancen, die nachhaltige Praktiken nicht nur für ihr Unternehmen, sondern für die Gesellschaft als Ganzes bringen, spürbar sind.

Die Besorgnis der Regierung über die Strukturierung eines Programms zur Anerkennung von Unternehmen in diesem Sektor wurde 2017 im Zuge der „Carne Fraca“-Operation, bei der Unregelmäßigkeiten in Fleischunternehmen und Regierungsstellen untersucht wurden, verstärkt. Nach dem Vorfall wurden Unternehmen und Agrarunternehmen aufmerksamer im Hinblick auf ihren Ruf und die Auswirkungen, die bestimmte Verhaltensweisen haben können.

Doch die Umsetzung eines Integritätsprogramms geht über die Verwirklichung des Siegels hinaus, denn sie erfordert die Schaffung einer umfassenden Struktur zur Verhinderung von Betrug und Korruption, zur Gewährleistung von Transparenz und zur Förderung der unternehmerischen Nachhaltigkeit sowie zum Schutz des Images und der Reputation von Organisationen.

Der Gewinn an Wettbewerbsfähigkeit und die Öffnung des Marktes, die das Siegel ermöglichen kann, haben Unternehmen dazu ermutigt, bei der Strukturierung ihrer Integritätsprogramme spezialisierte Beratung in Anspruch zu nehmen. Bei der Verleihung hat das Unternehmen oder die Organisation, die das Siegel erhält, direkte und indirekte Vorteile, wie z. B. die Erwähnung auf der Website des Ministeriums als Siegelinhaber, und auch einen größeren Bekanntheitsgrad bei seinen Stakeholdern, seien es Kunden, Lieferanten oder Dritte. Direkt erhalten sie auch eine bessere Risikobewertung bei Kreditgeschäften mit offiziellen Finanzinstituten.

Neben der Öffnung des Marktes strebt die Landwirtschaft nach Compliance, um Prozesse zu optimieren und Risiken zu mindern. Zu diesen Vorteilen zählen die Vermeidung der Beauftragung unseriöser Lieferanten und die Verringerung regulatorischer Probleme. Dieser gesamte Prozess trägt auch zum Schutz vor Verlusten durch Verluste, Betrug und Bestechung bei.

Von dieser Praxis profitieren nicht nur Privatunternehmen, sondern auch Genossenschaften. Bei diesem System trägt Compliance dazu bei, die Transparenz und Zuverlässigkeit bei der Präsentation der Ergebnisse gegenüber den Mitgliedern aufrechtzuerhalten.

Das landwirtschaftliche Interesse an Umwelt-, Sozial- und Governance-Praktiken oder ESG (Abkürzung: Environmental, Social and Governance) wächst tendenziell mit der aktuellen globalen Bewegung in Nachhaltigkeit und Ethik. Heute kann jedes Unternehmen ein Compliance-Programm entwickeln, seine Prozesse aktualisieren, Verluste reduzieren und sich vom Markt abheben.

Vanessa Lima Nascimento ist Rechtsanwalt und Compliance-Spezialist bei Martinelli Advogados

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